DENKMALSCHUTZ

Die „Todenwarthsche Kemenate“ ist als Baudenkmal eine primäre Quelle der Vergangenheit. Nirgends lässt sich Geschichte anschaulicher erfahren als in einem solchen architektonischen Zeugnis. Das Haus wurde nicht als Baudenkmal errichtet, sondern war über Jahrhundert lebendige Arbeits- und Wohnstätte. Dieses soll bei der Sanierung aufgezeigt werden. In einer mehr und mehr standardisierten Welt soll das Haus als ein Denkmal in seiner individuellen Entwicklung erschlossen werden.

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Bei der Sanierung und Neugestaltung der „Todenwarthschen Kemenate“ haben deshalb denkmalpflegerische Aspekte höchste Priorität. Ebenso sind ein nachhaltiges Bauen und die Umweltverträglichkeit des Hauses wichtige Bestandteile der Planung.

Das Gebäude soll komplett denkmalgerecht restauriert und unterschiedliche Epochen der Nutzung baulich aufgezeigt werden. Die Bau- und Nutzungsphasen des Hauses werden vom Keller bis zum Dachboden chronologisch nachempfunden: Die Gewölbekeller erhalten ihre mittelalterliche Gestalt zurück, im Erdgeschoss soll die ursprünglichen Kaufhalle im mitteldeutschen, spätgotischen Stil rekonstruiert werden. Das erste Obergeschoss wird in der architektonischen Ästhetik des 16. Jahrhunderts/Renaissance saniert. Die Gestaltung des zweiten Obergeschoss lehnt sich mit einer dezent klassischen Raumfassung an die Nutzungsphase des späten 18. Jahrhunderts an, in der die Dichterin Arnoldine Wolf das Haus bewohnte und Seume und Jean Paul als Gäste begrüßte.

Im Dachgeschoss können ebenso wie beim Hinterhaus interessante Möglichkeiten zeitgenössischer Baukultur genutzt werden. Innovative Architekturkonzepte können so mit dem historischen Altbestand in Harmonie gebracht werden. Das historische Haus mit seiner Geschichte wird damit nicht nur ein Gebäude des Gestern, sondern auch der Gegenwart.

Erfreulich ist, dass die Kemenate aufgrund ihrer ausstehenden Komplettsanierung und lediglichen partiellen Umformungen überdurchschnittlich viel alte Substanz aufweist, wenngleich bedauerlicherweise alle beweglichen Ausstattungstücke, mitunter erst in der Nachwendezeit, geplündert worden sind.

ein Denkmalprojekt der Gesellschaft Kulturerbe Thüringen e.V. in Schmalkalden